Dani Arnold | Interview Expedition Pakistan 2017

18.08.2017 12:00

In diesem Interview erfahren Sie vom Bergsteiger Dani Arnold persönlich wie seine Ogre Expedition 2017 in Pakistan verlaufen ist. Er erzählt von grossartigen Erlebnissen und von Gefahren, denen er während der Expedition ausgesetzt war. In diesem zweiten Teil des Interviews, erfahren Sie, ob er sein grosses Ziel, den Berggipfel des Ogre (7285 m ü M.) erreicht hat. Zudem erzählt Dani Arnold, mit welchem Kamera-Equipment er seine Expedition festgehalten hat.

Im Kanton Uri aufgewachsen, begann sich Dani Arnold schon früh für die Bergwelt zu faszinieren. Im Schächental auf 1720 Metern Höhe lebte Dani mit seinen Eltern und Geschwistern, wo er, um zur Schule zu kommen, jeweils mit der Seilbahn ins Tal fahren musste. Schon früh begann sein Vater mit ihm Bergtouren zu unternehmen. Mittlerweile ist der Alpinismus für Dani Arnold weit mehr als eine Freizeitbeschäftigung, es ist seine Profession und Passion – ein Grossteil seines Lebens widmet er heute dem Bergsteigen.


 

Interview mit Dani Arnold 
 

Dani, von wann bis wann warst du in Pakistan unterwegs?

Ich war mit drei weiteren Bergsteiger-Kollegen von Mitte Juni bis anfangs August 2017 unterwegs.  
 

Wie gestaltete sich eure Anreise bis zum Basislager und wie lange wart ihr dorthin unterwegs?

Wir flogen von Zürich nach Istanbul, dann weiter nach Islamabad, Pakistan. Von dort nahmen wir einen Inlandflug nach Skardu. In Skardu angekommen, fuhren wir mit einem Jeep auf sehr gewagten und üblen Strassen bis nach Askole. Von dort aus wanderten wir vier Tage bis ins Basislager. Total brauchten wir 10 Reisetage, um von Zürich bis ins Basislager zu gelangen. 
 

Ihr seid ja nicht gerade durch touristische Orte gereist. Gab es da unvorhersehbare Probleme?

Zugegeben wir hatten ziemlichen Respekt vor der Anreise. Pakistan ist ja nicht wie Deutschland. Aber es verlief alles ausgesprochen ruhig und gut. Der Inlandflug nach Skardu war ein grossartiges Erlebnis. Man fliegt über den 8000er Nanga Parbat Berg und dann in das kleine Tal, wo der Flieger gerade noch landen kann.
 

Dani Arnold in Pakistan


Welchen Gipfel wolltest du besteigen?

Das Ziel war den Ogre 7285 Meter über den Ostpfeiler zu besteigen. Eine neue Route, die bisher noch von niemandem begangen war. Der Berg liegt im pakistanisch kontrollierten Teil des Karakorum bzw. der umstrittenen Region Kaschmir.
 

Dani Arnold in Pakistan


Welche Besonderheiten hat der Berg?

Er ist sehr abgelegen und die ganze Nordseite ist noch sehr wenig besucht und erforscht. Der Grund dafür sind die objektiven Gefahren, das heisst: viele wilde Gletscher, viel Eisschlag und Felsschlag. 
 

Dani Arnold in Pakistan


Auf deinen Fotos sind oft Einheimische zu sehen, die mit euch unterwegs waren. Was war konkret ihre Aufgabe und wie war die Zusammenarbeit und die Stimmung zwischen euch? 

Wir hatten einen sehr engen Kontakt mit den Einheimischen über die gesamte Dauer der Expedition. Wir hatten sie primär als Träger engagiert. Sie waren ebenfalls vier Tage bis ins Basislager mit uns unterwegs. Sie hatten allerdings kein Zelt oder Schlafsack dabei, sondern richteten sich jeweils mit Plastikplanen und einigen kleinen Decken ein. Ich hatte das Gefühl, dass es ihnen Freude bereitete, unsere Expedition zu begleiten und uns zu unterstützen, denn sie waren immer gut gelaunt. Ich habe sehr grossen Respekt vor diesen Männern; Sie waren ohne gute Ausrüstung und immer mit mind. 25kg Gepäck am Rücken unterwegs.

Dani Arnold in Pakistan

 

Es gibt bestimmt zahlreiche spannende Anekdoten zu deiner Expedition. Welche kommt dir als Erstes in den Sinn?

Eine spannende Geschichte ist die eine Fahrt mit dem Jeep auf dem Weg ins Basislager. Wir passierten eine schmale Strasse in den Bergen von Askole, die regelmässig von Gestein verschüttet wird. Auch an jenem Tag, als wir die Strasse entlang fuhren, war dies der Fall. Für die Einheimischen war das aber nichts Spezielles. Sie nahmen Schaufeln zur Hand und machten die Strasse wieder einigermassen befahrbar. Obwohl der Zustand der Strasse noch äussert grenzwertig war, fuhren schon wieder die ersten Fahrezeuge durch. Man muss sich die Verhältnisse so prekär vorstellen, dass der kleinste Fahrerfehler den Tod bedeutet hätte. 

Du hattest ja einige Kameras auf die Expedition mitgenommen, welche den anspruchsvollen Bedingungen gerecht werden mussten. Wie zufrieden bist du mit den Aufnahmen?

Ich fand das Kamera Setup sehr gut. Natürlich konnte ich nicht immer alle Kameras gleichzeitig mitnehmen, da es beim Bergsteigen auf jedes Gramm ankommt. Je anspruchvoller der Berg, desto wichtiger ist es, das Material zu optimieren. Weit oben auf dem Berg hatte ich nur noch die Sony RX100 und zwei Action Cams dabei. Technische Probleme mit den Kameras gab es glücklicherweise nicht. Zudem hatte ich die Akkus immer eng am Körper und stets griffbereit. Einmal hatte ich jedoch die Kamera samt Akku im Rucksack. Die Kälte hatte die Akkus enorm geschwächt. Zum Glück war jeder von uns mit Ersatzakkus ausgerüstet. Wir waren froh, dass die Akkus mit unterschiedlichen Kameratypen kompatibel sind. Das half uns in diesem Moment enorm.
 

Dani Arnold in Pakistan


Welche Kameras hast du in welchen Situationen eingesetzt?

Grundsätzlich versuchte ich, so viel wie möglich mit der Sony Alpha 9 einzufangen. Die Kamera bietet mir viele Optionen, um anschliessend meine Aufnahmen zu bearbeiten. Auch das Filmen mit dieser Kamera fand ich super praktisch. Wir hatten zwar kein externes Mikrofon dabei, aber das integrierte Mikrofon reichte problemlos für Aufnahmen am Berg. Die Nachtaufnahmen, die wir mit der Sony Alpha 9 gemacht hatten, sind besonders schön geworden. Während dem Bergsteigen benutzten wir oftmals die Action Cam wegen ihrer kompakten Grösse. Schwierige Stellen am Berg fotografierten wir mit der Sony RX10 wegen des 600mm Zooms. Damit waren wir gewappnet, für alles, was uns am Berg erwartete. Auch hier beeidruckte mich die Qualität des Resultats.
 

Dani Arnold in Pakistan


Welche Kamerafunktionen waren für diese Expedition besonders nützlich?

Das kann ich so nicht beantworten. Für mich war vielmehr das Gesamtgewicht der Sony Alpha 9 überzeugend. Dies führte dazu, dass ich sie auch hoch oben am Berg mit im Gepäck hatte. Wäre die Kamera schwerer gewesen, hätte ich sie nur bis zum Basislager mitnehmen können!
 

Dani Arnold in Pakistan


Und nun die grosse Frage: Konntet ihr euch euren Traum verwirklichen und den Gipfel des Ogre über den Ostpfeiler besteigen?

Nun, das Wetter war lange nicht gut – es hat geregnet und geschneit. Dann wurde es endlich schön. Jedoch so warm, dass es schon nach Sonnenaufgang brandgefährlich wurde, weil Schnee und Fels in Bewegung kamen. Wir erlebten mehrere Tage, wo die Null-Grad Grenze über 6000 Meter lag – das war viel zu warm. Ein Grund dafür sehe ich in der globalen Klimaerwärmung. Somit mussten wir nach mehreren Anläufen unser Vorhaben schweren Herzens begraben und konnten den Gipfel leider nicht besteigen.
 

Dani Arnold in Pakistan 

Das ist natürlich sehr ärgerlich und traurig zugleich. Trotzdem habt ihr während den zwei Monaten in Pakistan viel erlebt. Rückblickend auf die Expedition, welcher Moment bleibt dir in besonders guter Erinnerung?

Da war der eine Fels, über den wir uns abgeseilt hatten. Es war bereits viel zu gefährlich, denn überall kamen Lawinen und Steine herunter. Wir hätten zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht mehr an diesem Ort sein dürfen. Trotz der sehr gefährlichen und stressigen Situation musste ich ein Foto und ein kurzes Interview zu diesem eindrücklichen Moment machen.

 

Dani Arnold in Pakistan


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