Know-how | Festbrennweite

15.10.2018 09:00

Know-how | Festbrennweite

 

«Festbrennweiten? Ein Zoom ist doch viel praktischer – und heutzutage genauso scharf.» Diesem Motto folgen viele Fotografen. Das stimmt zwar (fast), trotzdem haben Festbrennweiten nach wie vor ein paar entscheidende Vorteile.
 

Der grösste Vorteil hat mit der technischen Abbildungsleistung nichts zu tun: Festbrennweiten animieren zu bewussterem Fotografieren. Denn die Entscheidung über die Perspektive fällt schon, bevor die Kamera angesetzt wird. Wenn Sie zum Beispiel Hochzeitsbilder mit einem Reportage-Look möchten, montieren Sie ein klassisches 35mm. Die leichte Weitwinkel-Perspektive zwingt Sie, nahe ans Motiv ranzugehen und versetzt den Betrachter mitten ins Geschehen. Gleichzeitig trainieren Sie Ihr fotografisches Auge: Nach einer Weile spazieren Sie durch die Stadt und sehen Kompositionen, ohne dass Sie durch die Kamera schauen müssen. Natürlich ist es eine Einschränkung, die Perspektive nicht wechseln zu können. Doch zugleich fällt eine Entscheidung weniger an, wenn Sie nur mit einer Brennweite unterwegs sind – Sie werden merken, dass Sie mehr Zeit für die Bildkomposition haben.


 « Festbrennweiten animieren zu bewussterem Fotografieren.»
 

Lichtstark, kompakt, fehlerfrei
Hinzu kommen ein paar technische Vorteile der fixen Linsen. Mit Abstand der grösste davon ist die Lichtstärke. Blenden von f/1.4 sind gerade bei kürzeren Brennweiten der Normalfall – wer bei wenig Licht fotografiert oder eine Schärfeebene so dünn wie eine Rasierklinge will, ist deshalb mit Festbrennweiten besser beraten als mit einem Zoom. Auch in Sachen Gewicht und Kompaktheit haben sie die Oberhand. Und dann wäre da noch die eingangs erwähnte optische Qualität: Noch immer produzieren Festbrennweiten weniger Bildfehler und sind schärfer. Das glauben Sie nicht? Besuchen Sie uns im Showroom und probieren Sie zum Beispiel mal ein Zeiss Otus aus...

 


  

Canon EF 14mm f2.8

Brennweite 14mm / Blickwinkel 114°

Vollformat

14mm | 114° 


APS-C

21mm

MFT

28mm

Mittelformat

11mm

 

 

Weitwinkel-Objektive lassen kameranahe Objekte grösser erscheinen. Der riesige Bildwinkel sorgt für eine überzeichnete räumliche Wirkung und erlaubt es, viel vom Hintergrund mit ins Bild zu nehmen. Besonders bei Portraits ist aber Vorsicht geboten: Die Verzerrung am Bildrand ist extrem –  und wer so nahe rangeht wie wir in unserem Beispielbild, riskiert eine Nase, die Pinocchio Konkurrenz macht.

 


 

Canon EF 50mm f1.2  

Brennweite 50mm / Blickwinkel 47°

Vollformat

50mm | 47°


APS-C

75mm

MFT

100mm

Mittelformat

39mm

 

 

Das 50mm wird als Normalbrennweite bezeichnet. Normal deshalb, weil der Bildwinkel etwa der Wahrnehmung des menschlichen Auges entspricht. Aufnahmen mit dieser Brennweite wirken sehr natürlich. Sie ist deshalb sehr beliebt als «Allrounder» in der Reportagefotografie und eignet sich zum Beispiel gut für Oberkörper-Aufnahmen. Bei Nahaufnahmen wirkt auch hier die Nase noch etwas grösser als vielleicht gewünscht.

 


 

Canon EF 105mm f4

Brennweite 105mm / Blickwinkel 23°

Vollformat

105mm | 23°


APS-C

157mm

MFT

210mm

Mittelformat

83mm

 

 

Leichte Telebrennweiten sind die klassischen Portraitobjektive. Verzerrungen sind hiermit selbst bei Nahaufnahmen kein Thema mehr. Sie komprimieren Vorder- und Hintergrund schon deutlich, lassen aber noch immer eine gewisse räumliche Wirkung zu. Gerade mit grossen Blendenöffnungen lassen sich in diesem Brennweitenbereich sehr dünne Schärfeebenen erzeugen, mit denen sich die Person schön vom Hintergrund abhebt.

 

 


  

Brennweite 105mm / Blickwinkel 23°

 Canon EF 400mm f4

Vollformat

400mm | 6°


APS-C

600mm

MFT

800mm

Mittelformat

316mm

 

 

Superteleobjektive sorgen für eine extreme Komprimierung. Je länger die Brennweite wird, desto flacher wirkt ein Kopf – und damit breiter. Das kann vorteilhaft sein, muss es aber nicht. Sobald man diesen Zusammenhang begriffen hat, lässt sich das Objektiv auf die Person abstimmen. Bei einem Superteleobjektiv wird der Hintergrund ausserdem sehr schnell sehr unscharf, sogar bei kleineren Blendenöffnungen.

 
 

 

APS-C: 1.5 / Fujifilm XT3     MFT: 2.0 / Olympus EM1 Mark III     Mittelformat: 0.79 / Hasselblad X1D



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