Sensorreinigung leicht gemacht

01.09.2016 14:50

Sensorreinigung leicht gemacht


Sensorreinigung deiner Kamera

Wer kennt es nicht: Nach einem Shooting stellt man fest, dass auf jedem Bild an der gleichen Stelle schwarze Punkte auf sämtlichen Bildern zu finden sind – Staub und Schlieren auf dem Sensor sind ein Ärgernis.

Die Reinigung des Herzstücks jeder Kamera überlassen viele Fotografen den Servicestellen oder Händlern. Dabei ist eine Sensorreinigung nicht so schwer, wie viele denken: Mit den richtigen Tools bringst du deinen Sensor im Nu wieder auf Vordermann, und das auch unterwegs, fernab von jeder Servicestelle. Ein Tutorial in 9 Schritten.

 

1. Vorbereitung und Reinigung des Arbeitsplatzes

Er sollte natürlich frei von Staub, aufgeräumt und gut ausgeleuchtet sein. Als Unterlage für die Kamera eignet sich eine Gummimatte, um das Gerät vor dem Verkratzen zu schützen. Optimal ist die «Dust Snapper» Unterlagsmatte, sie ist zusätzlich staubanziehend. Achte ausserdem darauf, dass der Akku deiner Kamera voll geladen ist.

 

2. Grundreinigung der Kamera

Starte mit einer Grundreinigung der Kamera von aussen mit Antistatiktüchern oder einem feuchten Lappen. Es nützt schliesslich nichts, den Sensor minutiös zu reinigen, nur damit gleich danach wieder Staub vom Body ins Gehäuse fällt.

 

3. Die Spiegelkammer

Entferne das Objektiv, halte die Kamera kopfüber und blas von der Seite her Druckluft in die Kammer. So entsteht ein Wirbel, der den Staub nach unten und damit aus dem Gehäuse trägt. Verwende hierzu zum Beispiel einen Blasebalg. Noch besser ist ein Druckluftspray. Wenn nötig kann man die Spiegelkammer zusätzlich mit Reinigungspads und der Chamber Clean Flüssigkeit reinigen.

 

4. Reinigen des Spiegels

Wenn der Spiegel Verschmutzungen aufweist, solltest due sogenannte Swabs verwenden, um ihn zu reinigen. Diese sind einzeln verpackt und mit einem speziellen Stoff bezogen, der die Reinigungsflüssigkeit optimal verteilt und sehr weich ist. Am besten eignen sich für die Spiegelreinigung die speziell geformten «Focusing Screen Swabs». Als optionales Zubehör kannst du ein «Swab Light» auf dem Werkzeug anbringen, das für eine bessere Ausleuchtung sorgt.

 

5. Der Sensor

Nun geht es ans Herzstück: den Sensor. Bei den meisten Kameraherstellern findest du in den Einstellungen einen Wartungsmodus, in dem der Spiegel permanent hochgeklappt wird. Benutze auf keinen Fall eine lange Belichtungszeit oder den Bulb-Modus – wenn der Spiegel während der Reinigung runterklappt, drohen Schäden an der Kamera.

 

6. Sensor von Staubpartikeln befreien 

Im ersten Schritt der eigentlichen Sensorreinigung kommt wieder der Blasebalg oder das Druckluftspray zum Einsatz. Damit pustest du grobe Staubpartikel vom Sensor weg. Auch hier gilt: Puste seitwärts ins Gehäuse, um einen Luftwirbel zu erzeugen. Achte darauf, dass du die Dose des Sprays aufrecht hältst, da sonst flüssiges Gas austreten kann. Perfekt eignet sich für diesen Arbeitsschritt das «Dust Off Plus» Kit. Dank der verstellbaren Düse kann die Druckluft auch in aufrechter Dosenposition nach oben gerichtet werden. So ist es möglich, die Kamera kopfüber zu halten und trotzdem seitlich ins Gehäuse zu blasen.

 

7. Die Sensorlupe

Mit einer Sensorlupe kannst du nun kontrollieren, ob der gesamte Staub entfernt wurde und ob eine zusätzliche Reinigung nötig ist – zum Beispiel wenn sich auch Schlieren oder Öltropfen auf dem Sensor befinden.

 

8. Flüssigreinigung

Nun folgt bei Bedarf die Flüssigreinigung, um hartnäckigere Verschmutzungen zu entfernen. Wähle dafür ein Swab, das deiner Sensorgrösse entspricht. Auf das Swab gibst du 1-2 Tropfen der «VDust Plus» Reinigungsflüssigkeit und fahre damit einmal von links nach rechts über den Sensor. Kontrolliere danach den Sensor erneut mit der Lupe. Wenn keine Rückstände mehr sichtbar sind, ist die Reinigung damit beendet. Falls sich Striemen gebildet haben, handelt es sich dabei wahrscheinlich um Ölrückstände. Wiederhole in diesem Fall die Reinigung mit einem neuen Swab und 1-2 Tropfen «Smear Away» – ein Hochleistungsreiniger für ölbasierte Verschmutzungen. Um danach ein perfektes, streifenfreies Ergebnis zu erhalten, schliesse die Reinigung am besten mit der Reinigungsflüssigkeit «Sensor Clean» ab. Alternativ eignet sich auch ein weiterer Durchgang mit «VDust Plus».

 

9. Die Endkontrolle

Die Endkontrolle erfolgt zunächst wieder mit der Sensorlupe. Der letzte Schritt ist ein Testbild: Stelle den Fokus im manuellen Modus auf unendlich ein, wähle eine hohe Blendestufe (zum Beispiel f22) und fotografiere eine weisse Wand. Am Computer kontrollierst du in der 100%-Ansicht, ob auch wirklich alle Verschmutzungen verschwunden sind.

 

Wissenswertes über die Sensorreinigung

  • Arbeite bei der Sensorreinigung nie auf dem eigentlichen Sensor, sondern auf einer Glasscheibe, die diesen schützt.
  • Die drei Reinigungsflüssigkeiten von Visible Dust haben verschiedene Eigenschaften: «VDust Plus» ist die Universalflüssigkeit, die sowohl wasserbasierte als auch leichte ölbasierte Verschmutzungen reinigen kann. Für hartnäckige Ölverschmutzungen eignet sich «Smear Away», das Öl am besten auflöst, aber nicht besonders streifenfrei reinigt. Wenn sich keine Ölverschmutzungen (mehr) auf dem Sensor befinden, ist «Sensor Clean» optimal, es sorgt für einen perfekt schlierenfreien Sensor.
  • Wasserbasierte Verschmutzungen entstehen durch hohe Luftfeuchtigkeit oder Regen. Ölverschmutzungen kommen meistens von der Spiegelmechanik. Daher treten sie in spiegellosen Systemkameras sehr selten auf.
  • «Arctic Beez» ist ein Halter für Swabs mit Ultraschallfunktion und integriertem LED-Licht. Durch die Vibration lösen sich Verschmutzungen deutlich besser. Der Halter verbessert ausserdem das Handling der sonst der kleinen Swabs.

 


Dieses Video ist in Zusammenarbeit mit Digitec entstanden.


Die richtigen Tools für eine erfolgreiche Sensorreinigung

Für die Reinigung Ihres APS-C-, Vollformat- oder Mittelformat-Sensors empfehlen wir dir insbesonders Swabs und zwei Reinigungsflüssigkeiten von Visible Dust zu verwenden. Seit über 10 Jahren sind sie der Garant für eine effektive Sensorreinigung. Je nach Sensor eignet sich eine bestimmte Swabgrösse, deshalb empfehlen wir dir beim Kauf von Swabs die nachstehenden Grössenindiktoren zu berücksichtigen.


Swabs

Für jede Sensorgrösse gibt es eine passende Swabgrösse:

APS-C = Swabgrösse 1.6x | Canon 7D Mark II, Fujifilm X-T2, Nikon D500, u.ä.
Vollformat = Swabgrösse 1.0x | Canon 5D Mark IV, Sony Alpha 7R III, Nikon D5, u.ä.
Mittelformat = Swabgrösse MXD-100 | Hasselblad H6D 400c, Hasselblad H6D 100c, Hasselblad X1D, u.ä. 


 


Flüssigkeiten

Bei den Flüssigkeiten unterscheiden wir zwischen zwei Varianten. Zur Entfernung von Staubkörnern auf der Sensoroberfläche wird die Flüssigkeit Sensor Clean (grüner Deckel) empfohlen. Sollten sich Fett-oder Ölspuren auf dem Sensor befinden, verwende das Smear Away (roter Deckel).


 


Weitere Hilfsmittel

Das Risiko, dass Staub während der Reinigung auf den Sensor kommt, besteht leider. Verwende deshalb eine antistatische Reinigungsmatte, um für eine staubfreie Umgebung zu sorgen. Um die Staubpartikel auf dem Sensor zu lokalisieren, benötigst du die Quasar R Sensorlupe. Sind die Missetäter mal gesichtet, können die losen Staubkörner mit dem Druckluftspray weggeblasen werden. Für die hartnäckigen Staubkörner in den Ecken verwende am besten die Corner Swabs.



 


Für unterwegs

Du bist unterwegs und musst zwingend einen störenden Flecken vom Sensor entfernen? Dann empfehlen wir dir den Sensor mit Druckluft oder dem Zeeion Blower zu reinigen. Diese beiden Tools solltest du am besten bei jedem Shooting dabei haben.

 


​​​​